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Plantagenbesitzer hat seine Heimat nie vergessen
Von Uwe Wolf

Das Palmer-Mausoleum auf dem Friedhof von Wüstenbrand.
Foto: Uwe Meyer
Wüstenbrand.
Das Palmer-Mausoleum wird in diesem Jahr 80 Jahre alt. 1928 wurde es gebaut
und ist heute als Baudenkmal im Besitz der Kommune.
Plantagenbesitzer Alwin Balduin Palmer aus Sea Cliff (USA) erwarb 1927 die
Fläche für 300 Dollar von der Kirchgemeinde. Gedacht hatten die damals
Verantwortlichen auch bereits an die Unterhaltung des vorgesehenen
Bauwerkes. Zu Lebzeiten musste Palmer jährlich 25 Dollar zahlen. Nach seinem
Ableben sah die Vereinbarung vor, dass an die Gemeindeverwaltung 25 Prozent
Zinsen auf ein Kapital von 10.000 Dollar zu zahlen sind. Für damalige
Verhältnisse war das eine ganz schöne Menge Geld.
1928 ließ Palmer das Mausoleum bauen. Es war ein Rundbau mit Kupferdach und
gemauerter Gruft. Die Grundfläche betrug etwa 160 Quadratmeter. Damit war
das Mausoleum alles andere als ein monumentaler und imposanter Grabbau.
Bereits am 8. Juni 1929 erfolgte die Beisetzung von Palmers Mutter. Nur vier
Wochen später verstarb Alwin Balduin Palmer auf Jamaika. Seine Urne wurde am
3. September des Jahres 1929 in der Gruft des Mausoleums beigesetzt.
Die engen Bindungen Palmers zu Wüstenbrand sind leicht erklärt. Er wurde am
21. Juli 1863 in Wüstenbrand geboren und wanderte schon früh nach Amerika
aus. Dort kam er durch Fleiß und glückliche Umstände zu einem ansehnlichen
Vermögen. Dennoch vergaß er seine Heimatgemeinde nie. Jedes Jahr stellte er
für die armen Ortskinder eine beträchtliche Summe zur Verfügung. Das wurde
als die Palmer-Stiftung bezeichnet. Als 1926 die Orgel in der Wüstenbrander
Kirche wieder geweiht wurde, übernahm Palmer den Großteil der Kosten.
Weiterhin stiftete er 1926 für die gefallenen des Ersten Weltkrieges ein
Ehrenmal mit Buntglasfenstern. Die Stiftung gibt es heute nicht mehr.
Alwin Balduin Palmer hat mit seinem Grabbauwerk dem Ort Wüstenbrand etwas
Seltenes und Kulturvolles hinterlassen.
Uwe Meyer
FP vom 07.02.2008 |