|
Freie Presse - ULRICH HÜBLER
Ende einer "lehrreichen Spielzeit"
3.200 Zuschauer besuchten Karl-May-Bühne
Hohenstein-Ernstthal.
Sogar zwei- oder dreimal waren eingefleischte
Karl-May-Fans an der neuen Bühne am Stausee Oberwald. Seit Sonntag ist es
ruhig geworden, und nach einer überaus „lehrreichen Spielzeit" bilanziert
der Geschäftsführer der Karl-May-Freilichtspiele GmbH, Wolfgang Hallmann,
dass es in dieser Saison „einen guten Auftakt" gegeben hat.
Das klingt nach den Regentagen, wegen denen einige Veranstaltungen abgesagt
werden mussten und nach der Erkrankung eines wichtigen Darstellers
überraschend, ist es aber offenkundig nicht. 3200 Besucher sahen das Stück
Winnetou I nach einer überaus gut besuchten Premiere am 18. Juni. „Wir
hatten selbst an schlecht besuchten Tagen nicht weniger als 200 Zuschauer,
das lässt sich mit anderen Bühnen durchaus vergleichen." Und Wolfgang
Hallmann wusste, dass man diese Saison niemals mit hohen Erwartungen oder
gar mit Gewinn abschließen kann. Auch seine über 65 Teilhaber am Objekt, für
dessen Bau nicht länger als vier Monate Zeit waren, wussten das. „Die haben
alle klasse zur Stange gehalten. Hier lief es nach dem Prinzip der
Garagengemeinschaft - finanziell und auch mit den Eigenleistungen", so
Hallmann.
In der Tat: „Die Gesellschaft hat von uns kein Geld bekommen", das
bestätigte Oberbürgermeister Erich Homilius auf Anfrage von „Freie Presse".
Und so war die Genehmigung, den nicht mehr benötigten Pavillon aus dem
geschlossenen Hohenstein-Ernstthaler Freibad für die Bühne abzubauen und
eine zeitweise Freistellung des Kulturamtschefs, um den Bühnenbetrieb zu
koordinieren, die einzige Unterstützung aus der Stadt.
|
|

Foto: Uwe Meyer
Winnetou - ein indianisches Wort für „brennendes Wasser".
In
dem auf der der neuen Bühne gespielten Stück zeigt Thomas Schulze erstmals,
wie Winnetou zu seinem Namen kam.
Der Landkreis
streckte die Zahlungen für den Erbpachtvertrag, und die Aufregung einiger
Anwohner wurde am Runden Tisch in Callenberg beigelegt. Winnetou I, das
Stück mit Thomas Schulze in der Hauptrolle, soll es auch im kommenden Jahr
geben. „Wir werden das noch weiter ausfeilen, möglicherweise auch noch mehr
Effekte einbauen. Das Team wird auf jeden Fall wieder auftreten", sagt
Hallmann.
In jenen Tagen, in dem man hinter den Kulissen der neuen Spielstätte für die
bis heute keinerlei Kritik zu hören war,
die Saison bilanziert, ist Thomas Schulzes Mannschaft Comedia Saxonia schon
nach Waren (Müritz) abgereist, dem zweiten Spielort von Winnetou I in dieser
Saison.
Karl-May-Bühne
|