Immer wieder hört man, dass Patienten mit einer Privaten Krankenversicherung (PKV) besser behandelt
werden, als die mit einer Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Das Thema der Zwei-Klassen-Medizin
wird in den Medien immer stärker diskutiert. Aber was hat es eigentlich mit der privaten
Krankenversicherung auf sich?
Im Gegensatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die neben der Renten-, Arbeitslosen-, Unfall-
und Pflegeversicherung Bestandteil des deutschen Sozialversicherungssystems ist, handelt es sich bei
der Privaten Krankenversicherung (PKV) um eine Absicherung bei einem der privatrechtlich organisierten
und z.T. mit Gewinnerzielungsabsicht operierenden Versicherungsunternehmen. Der Patient kann zwischen
verschiedene Versicherungsarten wählen, z.B. Vollversicherung, Teilversicherung oder Zusatzversicherung.
Je nach Versicherungsart unterscheiden sich natürlich die Leistungen. Privat-versicherte Patienten
erhalten in der Regel mehr Leistungen, als gesetzlich-versicherte. Die Gesetzlichen Krankenversicherungen
zahlen nur, was ihrer Ansicht nach "notwendig, ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich" ist.
Die Unterschiede werden z.B. beim Thema "Sehhilfe" und "Zahnersatz" deutlich.
Die Annahmevoraussetzung und die Beitragshöhe werden bei einer Privaten Krankenversicherung (PKV) anhand
von Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand, Einkommen, Beruf und der zu versichernden Leistung bestimmt.
Weist der Patient bereits Vorerkrankungen auf, so kann das zu einem Risikozuschlag oder gar zum
Leistungsausschluss führen. Grundsätzlich können sich Personen, für die keine Versicherungspflicht in
der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) besteht privat krankenversichern:
- Arbeitnehmer, deren Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt
(Grenze für 2010: 49.950 €/Jahr, Grenze für 2011: 49.500 €/Jahr)
- Beamte
- Selbständige
- Freiberufler
- HINWEIS: Gesonderte Regelungen gelten für Studenten, sowie freiberuflich tätige Künstler oder Journalisten.
Ein Wechsel zwischen Privaten Krankenkassen ist häufig mit finanziellen Verlusten für den Patienten verbunden,
da sich der Gesundheitszustand im Alter meist verschlechtert und bei der neuen Krankenkasse somit mit
Risikozuschlägen zu rechnen ist. Außerdem gehen die bereits gezahlten Beiträge verloren.
Eine Rückkehr von einer Privaten Krankenversicherung (PKV) in die Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist
nach dem gegenwärtig geltenden Recht nur möglich, wenn die ehemaligen Privat-Versicherten versicherungspflichtig
werden (z.B. nach Aufgabe einer selbständigen Tätigkeit und Aufnahme einer nichtselbständigen Beschäftigung
für mind. zwölf Monate), unter 55 Jahre alt sind und ihr Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze
gesunken ist. Über 55 Jährige werden auch aufgenommen, wenn sie teilweise oder vollständig Leistungen zur
Sicherung des Lebensunterhaltes (ALG-I oder ALG-II) erhalten. Rentner, die Leistungen der Grundsicherung
erhalten, sind ebenfalls über diese in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert.
Da die Beiträge in der Privaten Krankenversicherung (PKV) unter anderem abhängig vom Alter und des
Gesundheitszustandes sind, kann es durchaus sein, dass die Beiträge bei jungen gesunden Neukunden günstiger
sind, als bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Aufgrund des zunehmenden Alters kommt es allerdings
häufig zu Beitragssteigerungen. Während der Beitrag bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)
einkommensabhängig ist und mit niedrigerem Einkommen im Alter ebenfalls sinkt, steigt der Beitrag in einer
Privaten Krankenversicherung (PKV) weiter an.
Im Unterschied zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind die einkommenslosen Familienangehörigen der
Mitglieder nicht beitragsfrei mitversichert. Bei der Privaten Krankenversicherung ist für jede versicherte
Person ein separater Beitrag fällig.
Wie Sie sehen, ist man nicht ganz frei bei der Wahl "Private oder Gesetzliche Krankenversicherung". Bevor
Sie sich für einen Wechsel zu einer Privaten Krankenversicherung (PKV) entscheiden, sollten Sie sich
unbedingt professionell beraten lassen.
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